Kleingruppen und Hauskreise - Wieviel Gemeinschaft braucht der (Christen-) Mensch?
Im Juli eines jeden Jahres widmen wir uns in den Gottesdiensten immer einem besonderen Thema, das wir im Kirchengemeinderat für das Jahr oder einen längeren Zeitraum ausgesucht haben. 2009 war das das Thema „Familie“, im Jahr 2010/2011 ist es das Thema „Kleingruppen und Hauskreise in unserer Gemeinde“.
Wachsende und lebendige Gemeinden behaupten, ein Faktor, der sie lebendig macht, sind viele Hauskreise. Sie seien das Zentrum einer lebendigen Gemeindearbeit. Bei uns gab es mehr Hauskreise als heute vor 10 Jahren nach der Aktion „neu anfangen“. Manche von ihnen sind eingegangen. Andere Hauskreise haben sich aus anderen Gründen aufgelöst. Andere treffen sich nur noch selten. Dafür, dass so viele Menschen sonntags den Gottesdienst besuchen und dass wir viele Mitarbeitende haben, haben wir nur wenige Gesprächskreise oder Hauskreise.
Brauchen wir das nicht, haben wir an anderen Angeboten genug oder fehlt uns etwas, sodass wir uns dringend darum bemühen müssten? „Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm.“
Erste Antworten haben uns die Texte der Gottesdienste im Juli gegeben.
1. Nach Markus 3,7-19 waren Jesus und seine Jünger eine vorbildhafte Kleingruppe. 12 Menschen hat sich Jesus aus den vielen Leuten, die zu seinen Predigten gekommen sind, ausgesucht. Im Gegensatz zur großen Menschen menge bietet der Jüngerkreis Raum zur Nachfolge, sind die Jünger viel intensiver mit Jesus zusammen und gehen sie aktiv in den Dienst für Jesus. Die Jüngergruppe ist ein Trainingszentrum für geistliches Leben und christliches Miteinander. Die Jünger fragen Jesus, die Jünger streiten, Jünger sind und bleiben miteinander im Gespräch mit Jesus.
2. Diese Jünger bekamen dann den Auftrag: „Machet zu Jüngern alle Völker.“ Gott hatte ihnen seinen Heiligen Geist gegeben als die Kraft, die sie nötig hatten. Petrus predigte am Pfingstfest zum ersten Mal und viele der Festpilger in Jerusalem hörten ihm zu. Am Ende kamen viele Menschen zum Glauben und bildeten Kleingruppen, Hauskreise und eine Gemeinde. Nach Apostelgeschichte 2,42-48 vollzieht sich diese Bewegung in drei Schritten:
1. Gott handelt.
2. Gemeinde entsteht.
3. Gemeinde lebt aus der Lehre der Apostel, aus der Gemeinschaft, aus dem Abendmahl, aus dem Gebet.
3. Lukas 14,15-24. Dieses Gleichnis erzählt uns von Gott und einem Essen bei Gott. Und damit erzählt es uns von der Ewigkeit Gottes, die einmal sein wird am Ende aller Zeiten, wenn diese Welt vergeht, wenn wir auferstehen werden von den Toten und wenn wir bei Gott sein werden in seinem Reich. Die große Gemeinschaft derer, die sich von Gott haben einladen lassen, die wird beieinander sitzen und ein Festmahl halten.
Wann immer wir aber hier schon auf Erden zusammensitzen und Abendmahl feiern, ist das ein Vorgeschmack auf diese himmlische Gemeinschaft. Wenn ich Abendmahl feiere, brauche ich eine Gemeinschaft. Aber das Abendmahl stiftet auch Gemeinschaft, eine Gemeinschaft mit Jesus und untereinander. Die Gemeinschaft von Christen ist eine Gemeinschaft der Sünder. Aber im Abendmahl verändert sich das. Wir bekommen vergeben und werden neu. Die Gemeinschaft von Christen ist also eine Gemeinschaft geheilter Sünder und deshalb fröhlicher Menschen.
Jetzt sind wir gefragt, weiterzudenken. Was heißt das für Sie persönlich und für uns als Gemeinde?
- Wenn Sie Interesse an einem Hauskreis haben, melden Sie sich im Pfarramt.
- Im nächsten Jahr werden wir zu einem Alpha-Kurs einladen.
- Falls Sie die Predigten vom Juli noch einmal nachlesen wollen, klicken Sie auf den entsprechenden Link.
11.7.2010, Predigt mit Markus 3
18.7.2010, Predigt mit Apostelgeschichte 2
25.7.2010, Predigt mit Lukas 14
Pfarrer Martin Bulmann
