Feriengedanken

Feriengedanken - die stellen sich am Anfang der Schulferien sicherlich bei vielen von uns ein. Und hoffentlich sind es gute und beflügelnde Gedanken.
Feriengedanken – sie erinnern ganz besonders an das Geheimnis der Zeit. Ferien geben uns die Möglichkeit, die Zeit besonders zu füllen, bewusst anders als im sonstigen Alltag.
Feriengedanken – so heißt ein kleines Büchlein, das mir vor einiger Zeit in die Hände fiel.
Dort schreibt jemand „Ferienvorsätze, schwarz auf weiß“:
Nicht immerzu auf die Uhr schauen, sich treiben lassen, aber nicht getrieben werden,
um Himmels willen nicht an jedem Ziel bereits das nächste im Auge haben,
Entdeckungen machen, aber nicht solche, zu denen die Fremdenführer verführen.
Trotzdem: sich verführen lassen, aber von Lebenslust und Daseinsfreude,
zur Ruhe kommen, alles Erlebte lange in sich nachklingen lassen,
dieses und jenes bewahren, um es niemals wieder zu vergessen,
die Steine, die Blüten, die Brunnen, die Schmetterlinge fragen: “Was wollt ihr mir sagen?“
Im Unbelebten das Belebte suchen, im entfalteten Leben die Ahnung des Tods spüren und im verwitterten Gestein den Atemzug des Lebens entziffern.
Einen jeden Tag vom Zeitenbaum pflücken wie eine Frucht vom Baum des Lebens,
sich erinnern, was das ist: dankbar sein.
Ferien sind ein gutes Übungsfeld, die Zeit, die uns von Gott gegeben ist, bewusst zu erleben, auf den Moment achten, ihn als Geschenk wahrnehmen und schauen, was Gott in ihn gelegt hat.



Pfr. Alfred Essig, Brackenheim